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Samstag, 23. Mai 2026

Personalmangel läßt Ausrücken nicht zu

 Gefahrenabwehr an einem Samstagmorgen kann gelingen

 Bei vielen Freiwillige Feuerwehr ist der Samstagmorgen tatsächlich eine der schwierigsten Zeiten für die Tagesverfügbarkeit. Das hat mehrere Gründe, die oft zusammenkommen:

 

  • Viele sind unterwegs oder privat eingespannt
    Samstagvormittag ist typisch für Einkaufen, Sport der Kinder, Vereinsleben, Gartenarbeit oder Termine. Anders als nachts schlafen die Leute nicht zuhause „einsatzbereit“.

  • Pendler und Wegzeiten
    Gerade in kleineren Orten arbeiten viele außerhalb. Am Wochenende sind manche bei Familie, auf Ausflügen oder bereits unterwegs Richtung Freizeitaktivitäten. Dadurch verlängert sich die Anfahrtszeit zum Gerätehaus.

  • Keine feste Tagesstruktur
    Unter der Woche gibt es oft eingespielte Routinen: Arbeit, Betrieb, bekannte Aufenthaltsorte. Samstagmorgen ist chaotischer – jeder ist woanders.

  • Ehrenamt konkurriert mit Familienzeit
    Viele Feuerwehrangehörige versuchen bewusst, am Wochenende Zeit mit Partnern oder Kindern zu verbringen. Nach belastenden Wochen sinkt manchmal die spontane Einsatzbereitschaft.

  • Nachwirkungen von Freitagabend
    Gerade jüngere Kräfte sind Freitag länger unterwegs gewesen oder schlafen Samstagmorgen länger. Das wird selten offen gesagt, spielt aber praktisch mit hinein.

  • Mehrere parallele Belastungen
    Samstags finden oft Lehrgänge, Jugendfeuerwehr, Gerätepflege oder Veranstaltungen statt. Dadurch sind Kräfte gebunden oder bereits ausgelastet.

  • Demografische Probleme
    Viele Wehren haben tagsüber generell knappe Personaldecken. Fällt dann nur ein kleiner Teil aus, wird die Mindeststärke schnell kritisch.

Deshalb reagieren viele Kommunen inzwischen mit:

  • gemeinsamen Alarm- und Ausrückeordnungen,

  • Tagesalarmgruppen,

  • Doppelmitgliedschaften,

  • digitalen Rückmeldesystemen,

  • verstärkter Mitgliederwerbung,

  • oder Kooperationen zwischen Ortswehren.

Besonders kritisch wird es bei kleinen ländlichen Wehren oder Orten mit vielen Auspendlern. Dort kann ein Samstagmorgen schwieriger sein als ein nächtlicher Einsatz unter der Woche.


 

 Ja — das Thema ist gut dokumentiert. Besonders häufig genannt werden Tagesalarmverfügbarkeit, Pendlerproblematik, demografischer Wandel und die schwierige Vereinbarkeit von Ehrenamt, Beruf und Familie bei Freiwillige Feuerwehr.

Wichtige Quellen dazu:

  • Der Deutscher Feuerwehrverband beschreibt die „Tagesalarmbereitschaft“ ausdrücklich als großes Problem, weil viele Menschen nicht mehr dort arbeiten, wo sie wohnen und Feuerwehrdienst leisten. (Presseportal)

  • Eine Facharbeit zur „Tagesalarmverfügbarkeit“ aus NRW hält fest, dass Freiwillige Feuerwehren tagsüber „zunehmend an einer mangelnden Verfügbarkeit von Einsatzkräften“ leiden. (lernkompass.idf.nrw)

  • Das Feuerwehrmagazin verweist darauf, dass bereits 2011 rund 85 % der Feuerwehren Probleme mit der Tagesverfügbarkeit hatten – besonders wegen wohnortferner Arbeitsplätze und Pendlern. (Feuerwehr-Magazin)

  • Die Studie „Wer löscht morgen?“ der Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm untersucht die personelle Entwicklung der Freiwilligen Feuerwehren in Bayern und warnt vor deutlichen Personalengpässen durch Alterung und sinkende verfügbare Zielgruppen. (Pedocs)

  • Die aktuelle Ehrenamtsstudie Rheinland-Pfalz basiert auf Befragungen von mehr als 12.500 Einsatzkräften und benennt strukturelle Herausforderungen im Feuerwehr-Ehrenamt. (ZiviZ)

  • Auch Medienberichte greifen das Problem regelmäßig auf, etwa zur Pendlerproblematik bei Feuerwehren in Hessen. (DIE WELT)

  • Laut Statistik des Deutscher Feuerwehrverband waren Ende 2023 zwar über 1 Million Menschen aktiv in Freiwilligen Feuerwehren, die reine Gesamtzahl löst aber nicht automatisch das Problem der Verfügbarkeit zu bestimmten Tageszeiten oder am Wochenende. (Feuerwehrverband)

Gerade Samstagmorgen gilt intern oft als kritische Zeit:

  • Leute sind verteilt unterwegs,

  • Familien- und Freizeittermine laufen,

  • viele schlafen nach Freitagabend länger,

  • und spontane Wegzeiten zum Gerätehaus sind höher als nachts oder werktags.
    Das ist weniger ein „kein Interesse“-Problem als ein Verfügbarkeitsproblem moderner Lebens- und Arbeitsrealität.